Alles vermag ich durch ihn, der mir Kraft gibt. Philliper 4,13

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Liebe Leserinnen und Leser,



letzte Woche bin ich einen schweren Radmarathon in den belgischen Ardennen gefahren. In der Vorbereitung zu dieser Veranstaltung dachte ich immer wieder: "Das schaf´ ich nie". Aber dann, im Rennen, ging es irgendwie doch. Am Ende standen 270 km auf meinem Tacho.

Zu erleben, dass man viel mehr leisten kann, als man es sich je zugetraut hätte, ist eine faszinierende Erfahrung, die mich immer wieder zu solchen Veranstaltungen führt. Und ich bin damit ja auch nicht allein. Denn immer mehr Menschen laufen Marathon, steigen auf hohe Berge oder machen bei einem Triathlon mit.

Doch immer wieder stoßen wir Menschen in unserem Leben auch an echte Grenzen. Immer wieder wird der Satz "das schaff´ ich nie" zur traurigen Realität. Wir stehen - bildlich gesprochen - vor einem Berg und wissen, dass wir ihn nicht erklimmen können. Solche Berge gibt es in der Schule, im Berufsleben oder auch in der Partnerschaft. Und auch als Kirche kommen wir immer wieder an unsere Grenzen. Wir werden kleiner, älter und schwächer. Was kann man da noch bewegen?

"Alles vermag ich durch ihn, der mir Kraft gibt." So lautet der Monatsspruch für den Monat Mai. Der Satz kann etwas größenwahnsinnig klingen. "Ich vermag alles…" Wer kann das schon von sich behaupten? Doch der Satz ist gerade das Gegenteil von Größenwahnsinn. Denn Paulus bringt eine ganz andere Dimension mit ins Spiel: Gott. Nicht ich, Paulus, bin es, der das Werk Gottes voranbringt. Es ist Gott, der durch mich wirkt.

In seinem Zusammenhang lautet der Vers so: Ich kann niedrig sein und kann hoch sein; mir ist alles und jedes vertraut: beides, satt sein und hungern, beides, Überfluss haben und Mangel leiden;  ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht. (Philipper 4,12-13)

Auch Paulus kennt Grenzerfahrungen. Er weiß, wie es ist, wenn nichts vorangeht. Aber Paulus weiß auch: Gott wirkt immer. Er wirkt, wenn ich mich stark fühle und wenn ich mich schwach fühle. Er wirkt, wenn ich glaube, dass ich es ganz gut alleine schaffe und er wirkt, wenn ich glaube, dass nichts mehr geht.

Gott wirkt. Und alles, was ich, Paulus erreiche, erreiche ich, weil Gott am Wirken ist.

Liebe Leserinnen und Leser, ich wünsche Ihnen für Ihre Grenzerfahrungen, dass Sie das nicht vergessen: Gott wirkt. Er kann Dinge möglich machen, die wir zuvor für unmöglich hielten. Er ist aber auch dann nicht fern, wenn wir Niederlagen kassieren und gefühlt nichts vorangeht. Gott wirkt auch dann. Vielleicht verborgen, aber er wirkt. Und manche Niederlage wird so im Rückblick zu einem wichtigen und heilvollen Moment.


Es grüßt Sie,


Ihr Pastor Tobias Beißwenger

EmK - Schramberg, Göttelbachstraße 23
postmaster@emk-schramberg.de